Nachdem die Benelli TRK 502 sehr gut angekommen ist in Europa – vor allem in Italien –, legt Benelli die TRK 702 nach. Mit oder ohne X, mehr oder weniger geländetauglich.

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Mehrere Jahre in Folge war die Benelli TRK 502 (und TRK 502 X) das beliebteste Motorrad in Italien – doch 2024 stieg die Benelli TRK 702 (und TRK 702 X) auf Position 1 der italienischen Kraftrad-Top-Ten, mit 7.344 Neuzulassungen. Auch hierzulande ist die 700er-Enduro erhältlich – je nach Bedarf mit mehr oder weniger Offroad-Potenzial.

Benelli TRK 702 und TRK 702 X in Italien und Deutschland

Auch bei der Benelli TRK 702 macht das X den Unterschied: Ohne X ist die TRK 702 eher ein Crossover-SUV-Konzept, also ein etwas höhergelegtes Sport-Touring-Modell, während die TRK 702 X eine echte, geländetaugliche Reiseenduro der Mittelklasse sein soll. Beide sind "made in China", denn die alte italienische Motorrad-Marke Benelli gehört bereits seit 2005 zur Qianjiang-Gruppe. Immerhin ist das Design nach wie vor "made in Italy", entworfen im Centro Stile Benelli in Pesaro.

Reihenzweizylinder mit 70 PS und 70 Nm

Von Qjianjiang beziehungsweise QJMotor stammt nicht nur, aber eben auch der Antrieb der Benelli TRK 702 und TRK 702 X: ein wassergekühlter Reihenzweizylinder-Motor mit 698 Kubik, doppelten obenliegenden Nockenwellen (dohc) und 4 Ventilen pro Zylinder. Spitzenleistung: 70 PS (51,5 kW) bei 8.000/min, maximales Drehmoment: 70 Nm bei 6.000/min. Standard sind 6-Gang-Getriebe und Endantrieb per Kette. Und 180 km/h Höchstgeschwindigkeit sind ein ordentlicher Wert für diese Kategorie.

Video: Im Video: Benelli TRK 702

805 oder 850 Millimeter Sitzhöhe

Eine ansehnliche Konstruktion aus Stahl-Gitterrohr ist der Rahmen der Benelli TRK 702 und TRK 702 X, kombiniert mit Aluminium-Einarmschwinge samt Zentralfederbein hinten und Upside-down-Telegabel vorn. Einstellmöglichkeiten erwähnt Benelli nicht. Zu den Federwegen liegen bislang ebenfalls keine genauen Angaben vor, doch offenbar sind es bei der X-Variante konzeptgerecht ein paar Millimeter mehr. Damit ergeben sich 850 Millimeter Sitzhöhe, deutlich mehr als beim Basis-Modell ohne X (805 mm).

Räder und Reifen als wesentliche Unterschiede

Wesentliche Unterschiede zwischen Benelli TRK 702 und TRK 702 X sind Räder und Reifen. Ohne X rollt die 700er-Benelli auf Aluminiumguss-Rädern im Format 17 Zoll, vorn bereift in 120/70 ZR 17, hinten in 160/60 ZR 17. Als X bekommt sie Drahtspeichenräder, vorn mit 19 Zoll Durchmesser, und diesen Reifengrößen: 110/80 R 19 vorn, 150/70 R 17 hinten. Als grobstollige Erstbereifung kommen Pirelli Scorpion Rally STR zum Einsatz – mitsamt Schläuchen.

Video: Im Video: Benelli TRK 702 X

Doppelscheibenbremse vorn und ABS von Bosch

Gleich ist wiederum die Bremsanlage bei Benelli TRK 702 und TRK 702 X, jeweils mit 320er-Doppelscheibe samt Vierkolbenzangen vorn und 260er-Scheibe mit Einkolbenzange hinten. Mit "Benelli" sind die Bremszangen nicht näher genannter Herkunft beschriftet, das ABS kommt von Bosch.

Mittelklasse-Reiseenduro mit Handprotektoren und Griffheizung

Weitere Ausstattungsdetails der Benelli TRK 702 und TRK 702 X sind Handprotektoren, Griffheizung und ein Farb-Display. Gepäcksysteme – auch Alu-Koffer – sind optional als Original-Zubehör verfügbar. Ohne Koffer, aber wohl mit Sprit im 20-Liter-Tank wiegt die TRK 702 nach Herstellerangabe 239 Kilogramm, für die TRK 702 X gibt Benelli 244 Kilogramm an, also 5 Kilo mehr.

Benelli TRK 702 und TRK 702 X – Preise

2025 kostet die Benelli TRK 702 in Deutschland 8.299 Euro, die TRK 702 X ist 400 Euro teurer, sie kostet also 8.699 Euro. In diesem Kontext bemerkenswert ist die sehr eng verwandte QJMotor SRT 700 SX, die in Deutschland aktuell noch günstiger im Angebot ist: für 7.999 Euro – und das sogar inklusive Alu-Koffer und Alu-Topcase. Oberhalb der 700er gibt es die QJMotor SRT 900 SX mit 95 PS, die verwandte neue Benelli TRK 902 (X) soll spätestens 2026 folgen.

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Fazit

Über der in Europa, insbesondere in Italien sehr beliebten TRK 502 (und TRK 502 X) hat Benelli die TRK 702 (und TRK 702 X) positioniert. Mit 70 PS starkem Reihenzweizylinder-Motor und circa 240 Kilogramm Gewicht (fahrbereit) ist die 700er-Benelli ein Mittelklasse-Modell – und mehr oder weniger Enduro. Als Basis-Modell rollt sie auf 17-Zoll-Rädern mit Straßenbereifung, die X-Variante ist eine echte, also geländetaugliche Reiseenduro mit 19-Zoll-Vorderrad. Preise für 2025 in Deutschland: ab 8.299 Euro, X-Variante 8.699 Euro, jeweils inklusive Bosch-ABS, Handprotektoren und Griffheizung.  © Motorrad-Online