In Kalifornien schreitet die Umstellung auf Elektromobilität voran. Inzwischen gibt es mehr öffentliche Ladestationen als Zapfpistolen.
Im US-Bundesstaat Kalifornien gibt es inzwischen mehr Ladestationen als Zapfsäulen. Kalifornien hat in den vergangenen Jahren sein Ladenetz für Elektroautos massiv ausgebaut – es gibt sowohl öffentliche als auch private Ladestationen.
Die California Energy Commission (CEC) gibt an, dass es im August 2024 in dem Bundesstaat 178.500 Ladestationen gab, im Vergleich zu zirka 120.000 Zapfpistolen. Damit hat sich die Zahl der frei zugänglichen Ladegeräte seit 2022 beinahe verdoppelt. 162.000 dieser Stationen sollen allerdings langsame Stationen der Stufe 2 sein, die eine Ladeleistung von 6,2 bis 19,2 Kilowatt ermöglichen und in einer Stunde Energie für durchschnittlich 32 Meilen (51,5 Kilometer) Fahrt nachladen.
Teuerster Sprit in den USA
Außerdem gibt es 17.000 Schnelllader, die Antriebsbatterien innerhalb weniger Minuten aufladen. Viele Plug-in-Hybride sind beispielsweise technisch nicht für das Laden an schnellen Hochvolt-Ladestationen ausgelegt. Zu den frei zugänglichen Ladestationen kommen geschätzt noch zirka 700.000 Level-2-Lader, die auf Privatgelände installiert sind.
Ab 2035 möchte Kalifornien den Verkauf von mit Verbrennungsmotoren ausgerüsteten Neuwagen verbieten. Kalifornische Tankstellen verlangen im Vergleich zu Tankstellen in anderen Bundesstaaten die höchsten Preise. Aktuell (28. Mai 2025) kostet im Sonnenstaat an der Westküste eine Gallone (3,785 Liter) Premium-Benzin 5,09 Dollar (4,71 Euro – 1,24 Euro pro Liter). Im Vergleich dazu müssen Fahrer in Oklahoma für eine Gallone Premium gerade mal 3,387 Dollar (3,14 Euro – 0,83 Euro pro Liter) zahlen.
Ausbau soll energisch weitergehen
CEC-Chef David Hochschild betont, dass Kalifornien weiter massiv in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investieren werde. Insbesondere in entlegenen Gebieten werde man mehr Lademöglichkeiten schaffen, um auch dort den Menschen den Umstieg aufs Elektroauto einfacher zu machen.

Die neue US-Bundesregierung unter Präsident Donald Trump möchte den Ausbau des Ladenetzes allerdings nicht weiter unterstützen und die Bundeszuschüsse für entsprechende Projekte streichen. Dann wäre Kalifornien bei der Finanzierung des Ausbaus der Ladeinfrastruktur auf sich gestellt. Entsprechend arbeitet die Regierung des Bundesstaates bereits an einem 1,4 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) umfassenden Investitionspaket, das für eine Erhöhung der Zahl an Ladestationen und für einen Ausbau der Wasserstoff-Wirtschaft gedacht ist. © auto motor und sport