Der TMAX von Yamaha ist einer der stärksten, schnellsten, begehrtesten und teuersten Maxi-Scooter. 2025 neu, auch als Tech Max mit elektrisch einstellbarer Windschutzscheibe, Griffheizung und Sitzheizung. Die neue Top-Version im ersten Fahr-Test.

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Vor fast einem Vierteljahrhundert, im Jahr 2001, etablierte Yamaha mit dem ersten TMAX eine neue Kategorie. Und dafür die Gene von (Sport-)Motorrad und Roller gekreuzt. Der Name ist seither Programm, mit "T" wie Technik und MAX wie Maximum. Auch in der nun präsentierten 9. Generation, wie wir im ersten Fahr-Test feststellen.

Yamaha TMAX – die 9. Generation neu für 2025

Fast 400.000 Exemplare des Yamaha TMAX gingen bisher, über 24 Jahre, in 87 Länder. Allein in Europa fanden sich fast 350.000 Käufer und Käuferinnen, davon knapp 70 Prozent allein in Italien und Frankreich. 2025 geht diese wilde Mischung in ihre 9. Generation. Mit noch weiter geschärfter DNA. Dafür sorgen neben der Euro-5+-Abstimmung samt überarbeiteter Fliehkraftkupplung nun eine 6-Achsen-IMU als Voraussetzung für schräglagenabhängig regelnde Schlupfregelung und Kurven-ABS. Zudem stehen nun 2 Fahrmodi zur Auswahl.

Moderner Maxi-Scooter mit Karten-Navigation

Hinzu kommen beim neuen Yamaha TMAX (2025) ein knackscharf anzeigendes, aktualisiertes 7-Zoll-TFT-Display mit 3 Anzeige-Optionen und verbesserter Connectivity samt Karten-Navigation von Garmin. Nicht zu vergessen die komplett neu gezeichneten Front- wie Rückleuchten, selbstverständlich in LED. Die neuen Doppelscheinwerfer und "Positionsleuchten" sowie eine neu gestaltete Verkleidung sollen für ein "kompakteres und sportlicheres Aussehen sorgen." Klar, in Südeuropa gelten solche Maxi-Sport-Scooter als lässig und cool, als stylish. Und als äußerst komfortabel sowie praktisch noch dazu, mit großem Stauraum bei kleiner Parkfläche.

TMAX Tech Max als neues Top-Modell

Passt, schließlich fahren wir hier und heute das Top-Modell Yamaha TMAX Tech Max. Seine Insignien sind: elektrisch einstellbare Windschutzscheibe, Griff- und Sitzheizung, Tempomat und Reifendruck-Überwachung. Zudem lässt sich sein hinteres Zentralfederbein in Dämpfung und Vorspannung an die Beladung anpassen. Wenn man so will, ist das also eine (leider nicht mehr neu erhältliche) FJR 1300 unter den Rollern.

Hauptständer mit Diebstahlschutz

Nähern wir uns dem 221-Kilo-Scooter Yamaha TMAX Tech Max also mit Respekt – die Standard-Version kommt auf 219 Kilogramm (Werksangabe), ein Plus von einem Kilo zum bisherigen Modell. Der TMAX hat als besonderes Ausstattungsmerkmal einen "Anti-Theft"-Hauptständer, der als Diebstahlschutz im verriegelten Zustand das Abbocken verhindert.

Video: 2025 Yamaha TMAX Tech MAX: Features & Benefits

Zweizylinder-Motor mit 562 Kubik und 48 PS

Nun, wir haben den "Keyless-Go"-Funkschlüssel des neuen Yamaha TMAX Tech Max ja in der Tasche und knapp 200 Kilometer vor uns. Also das rechte Bein lässig über die ausladende, beheizbare Sitzbank geworfen. Komplett freien Durchstieg gibt es hier nicht, Tribut an den weit vorn montierten Reihenzweizylinder-Motor. Mit 562 Kubik und 48 PS treibt der das 15-Zoll-Hinterrad per Variomatik und wartungsarmen Zahnriemen an. Uupps, dieser Maxi-Scooter ist ganz schön hoch und breit. Erst mit langen Beinen bekommt man beide Fußsohlen auf die Erde. Start! Überarbeitungen an Ansaugtrakt und Auspuff lassen den Langhuber ebenso dezent wie tieffrequent dumpf-sonor klingen. Klasse.

Viel Komfort, Griffheizung und Sitzheizung

Die Füße gleich relaxed nach vorn, hinter die "Bordwand" des Yamaha TMAX Tech Max durchstrecken? Nein, eher motorradmäßig auf den Tritbrettern abstellen, dann kann man sich die Fuhre gut zwischen die Unterschenkel klemmen. Und die Verlängerung des Rückens macht es sich an der Lendenwirbel-Abstützung vor dem ebenso plüschigen Rücksitz bequem. Das sorgt für ein plüschiges Sitzgefühl. Jetzt noch, am kalten Frühlingsmorgen, die muckelige Heizung für Sitz und Griffe angestellt. Kann losgehen! Erst mal im T- wie Touring-Modus starten. Sanft aber bestimmt setzt sich dieser Bolide von einem Roller in Fahrt. Ach was: richtig frech an der Ampellinie. Nicht schalten, nicht kuppeln, einfach bloß "Brause auf." Hat was.

Tacho 180 mit Führerscheinklasse A2

Erst recht gilt das für den S-wie-Sport-Modus des Yamaha TMAX Tech Max. Damit hängt der Twin aggressiver am Gas, reagiert schon auf kleinere Öffnungswinkel des elektronisch eingebundenen Drehgriffs. Das lässt ihn bei unveränderter Spitzenleistung – 48 PS (35 kW) für die Führerscheinklasse A2 – noch spritziger wirken. Der Tempomat regelt bis 150 km/h, kurzzeitig vermeldet der Tacho sogar mal 180 km/h. Und für Tempo 100 reichen dem Twin gut 4.500 Umdrehungen, um dann beim kleinsten Dreh am E-Gas erst an Drehzahl (auf rund 5.500 bis 6.000/min) und dann unmittelbar an Tempo zuzulegen. Das sprichwörtliche Gummiband ist hier straff gespannt. Mann oder Frau kommt sich verdammt forsch vor. So entspannt flott, so flott entspannt.

Sicheres und schnelles Aluminium-Fahrwerk

Kompliment für die sämig ansprechenden Federelemente am Aluminium-Chassis des Yamaha TMAX Tech Max! Das Federbein reitet selbst hohe Rampen vor Zebrastreifen souveräner und komfortabler ab als die im direkten Vergleich gefahrene Yamaha MT-07 des Jahrgangs 2025. Auch die Upside-down-Gabel führt einfach klasse! Hier fährt ein immenses Sicherheitsgefühl immer mit! Nicht allein wegen voller Kurventauglichkeit von ABS und Traktionskontrolle. Man sticht frech und verwegen ins Eck, zielgenau, überraschend handlich und schnell!

Roller als sportliches Cabrio auf 2 Rädern

Dafür sorgen auch die haftstarken Bridgestone Battlax Scooter SC2 in Sonderkennung "G" als Erstbereifung für den Yamaha TMAX Tech Max, sie liefern gutes Feedback. Und sie machen die Wucht-Brumme von einem Scooter zu einem echten Kurvenräuber. Bis es zum schabenden Material-Abtrag kommt… Nun, transparent ankernde Bremsen, vorn Vierkolben-Festsättel(!), bieten dem bunten Treiben schließlich Einhalt. Klar ist es ein großartiges Gefühl, mit diesem Ausnahme-Roller, dem sportlichen Cabrio auf zwei Rädern, durch die Stadt zu flitzen. Aber eben nicht nur. Der TMAX beherrscht speziell als Tech Max ebenso gut kurvenreiche Landstraßen und Autobahnen. Respekt.

Elektrisch einstellbare Windschutzscheibe beim Tech Max

Mit niedrig gestellter Windschutzscheibe des Yamaha TMAX Tech Max sind bei 1,70 Meter großem Fahrer die Windgeräusche recht stark. Also schwupps elektrisch hochgefahren, und schon herrscht Windstille, angenehme Ruhe. Am Ende unserer sportiv-flotten Testrunde meldet der hochinformative Bordcomputer 5 Liter Durchschnittsverbrauch. Laut Yamaha-Homologation sind 4,8 Liter die Regel. Dann ist der 15-Liter-Tank also immer für 300 höchst spaßige Kilometer gut.

Stolze Preise für Yamaha TMAX und TMAX Tech Max 2025

Schade nur, dass man dafür vorher eine ganze Menge "Kleingeld" investieren muss: 14.149 Euro für den TMAX und gar happige 16.049 Euro für den TMAX Tech Max. Zum Vergleich: Ein Honda X-ADV 750 mit Doppelkupplungsgetriebe kostet "nur" 13.690 Euro. Trotzdem, der populäre Überflieger-Scooter von Yamaha wird seinen Weg weiter rollen. Besonders in Südeuropa.

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Fazit

Der Yamaha TMAX steht für ein irres Maxi-Scooter-Konzept, für begeisterndes Fahrverhalten in der Stadt wie im Kurven-Karussell. Flott und stabil wie ein Motorrad, rollertypisch praktisch und komfortabel. Schade nur, dass er so teuer ist. Insbesondere die top ausgestattete Tech-Max-Version des Über-Rollers ist so eher etwas für übersolvente Kunden.  © Motorrad-Online