Beim Bürgerfest von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue versammelten sich tausende Menschen unter dem Motto "Zusammenstehen". Der Bundespräsident fand nachdenkliche Worte zum aktuellen Zustand der deutschen Gesellschaft. Astronaut Alexander Gerst konnte mit einer Live-Schalte aus dem All ganz besondere Blickwinkel beisteuern.

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Mehr als 14 000 Besucher haben am Samstag die Gelegenheit genutzt, einen Blick in den Garten von Schloss Bellevue zu werfen. Bundespräsident Frank-Walter-Steinmeier hatte am zweiten Tag seines Bürgerfestes die Türen für alle interessierten Berliner und Touristen geöffnet. Besonderes Highlight an diesem Spätsommertag: Ein Live-Videotelefonat mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst von der Raumstation ISS. Insgesamt kamen an beiden Tagen 19 000 Besucher ins Schloss Bellevue, wie das Bundespräsidialamt mitteilte.

Besonderer Blick auf den blauen Planeten

Als "Astro-Alex" seine ersten Worte an den Bundespräsidenten richtete, wurde im Publikum laut geklatscht. Der Astronaut erzählte, dass er bei mehr als 300 Experimenten an Bord nur selten dazu komme, aus dem Fenster zu schauen. Manchmal biete sich ihm jedoch ein "atemberaubender Blick auf die Erde".

Der Einfluss des Menschen

Beim genaueren Hinsehen würde er jedoch auch Erschreckendes sehen: Seen, die kleiner werden, Wälder, die gerodet werden und Gletscher, die abschmelzen. Im Sommer sei über Deutschland wegen der Hitze alles braun gewesen. Und auch Kriege könne er aus dem All erkennen. Vor diesem Hintergrund lobte er das Motto "Zusammenstehen" des Bürgerfestes und betonte die Wichtigkeit des Gemeinschaftsgedankens.

Gräben durch die Gesellschaft

Steinmeier, der am Freitagabend angesichts rechtsextremer Übergriffe vor einer Verachtung der Demokratie gewarnt hatte, fand erneut mahnende Worte. "Ich glaube, dass die Gräben tiefer geworden sind in der Gesellschaft. Das ist nicht erst in der letzten Woche sichtbar geworden", sagte der Bundespräsident. "Es geht nicht um Chemnitz allein."

Lob für das Ehrenamt

Umso notwendiger sei das Brückenschlagen, an dem sich in Deutschland viele Ehrenamtliche beteiligten. Am Vortag hatte der Bundespräsident mehr als 4000 Ehrenamtliche eingeladen, um ihnen für ihr Engagement zu danken. (mc/dpa)

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