Die ukrainischen Truppen sind in der russischen Grenzregion Kursk seit Wochen in Bedrängnis. Nun meldet Moskau die Befreiung der einzig besetzten Kleinstadt Sudscha nach gut sieben Monaten.
Die ukrainische Seite bestätigte den Verlust zunächst nicht. Im Bericht des ukrainischen Generalstabs vom Vorabend war von abgewehrten Angriffen die Rede. Im Morgenbericht wurde der Frontabschnitt Kursk nicht erwähnt. Sowohl der Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj als auch Präsident Wolodymyr Selenskyj hatten zuvor aber eingeräumt, dass im Zweifelsfall ein Rückzug erfolge, um das Leben der eigenen Soldaten zu wahren.
Selenskyj hatte die Kursk-Offensive immer wieder als großen Erfolg bezeichnet im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg. Ein Verlust des Gebiets gilt als schwerer Rückschlag, weil die Ukraine die von ihr kontrollierten Flächen als Faustpfand bei möglichen Verhandlungen mit Russland nutzen wollte.
Putin ordnete vollständige Befreiung der Region Kursk an
Schon am Vortag hatten russische Medien und Militärblogger berichtet, dass Sudscha befreit sei. Moskaus Truppen hätten die russische Flagge über dem Gebäude der Stadtverwaltung gehisst, hieß es unter Berufung auf einen Kommandeur. Karten ukrainischer Militärbeobachter stellten Sudscha bereits als russisch kontrolliert dar.
Am Mittwochabend hatte Kremlchef Wladimir Putin bei seinem ersten Besuch im Gebiet Kursk die rasche vollständige Befreiung der Region angeordnet. Sein Auftritt in Militäruniform galt schon als Hinweis auf eine Niederlage der Ukraine dort.

Die ukrainischen Kräfte hatten bei ihrem Gegenstoß im vergangenen August mehr als 1.000 Quadratkilometer im Gebiet Kursk erobern können. Russland führt seit Monaten - zeitweilig auch unterstützt von nordkoreanischen Soldaten - erbitterte Gefechte zur Rückeroberung des Territoriums. Zuletzt waren die Ukrainer massiv in Bedrängnis geraten und mussten sich aus mehreren Ortschaften zurückziehen.