Berlin - Berliner Schüler und Schulmitarbeiter sind mit der Sauberkeit in öffentlichen Schulen mittelmäßig zufrieden.

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In einer Umfrage des Statistischen Landesamtes erhielten die Räumlichkeiten im Schnitt die Note 3 auf einer Skala von 1 bis 5.

"Das Personal ist kritischer als die Schüler, was die Sauberkeit betrifft", sagte Referatsleiter Jörg Höhne bei der Vorstellung der Ergebnisse. Am schlechtesten bewertet wurden die Toiletten der Schüler mit einer Note 4.

Die Toiletten waren die einzige Kategorie, in der die Schüler strenger waren als das Personal. Die Bildungsverwaltung will die Reinigung in den Schulen jetzt besser kontrollieren lassen.

Teilnehmerzahl blieb unter Erwartungen

Die Sauberkeit in den Berliner Schulen ist seit Jahren umstritten. Um erstmals ein umfassendes Bild zu erhalten, ließ der Senat Ende 2023 alle Schüler, Lehrer, Hausmeister und andere Schulmitarbeiter sowie Elternvertreter von 694 Schulen befragen.

"Insgesamt haben wir über 230.000 Personen angesprochen. Über 20.000 haben letztendlich an der Befragung teilgenommen", sagte Höhne. Der Rücklauf der Online-Befragung von weniger als zehn Prozent habe unter den Erwartungen gelegen, sei aber ausreichend.

Die Toiletten und Klassenzimmer gehören zu den Räumen, in denen den Befragten die Sauberkeit am wichtigsten ist. Gleichzeitig zählen diese Bereiche zu den am schlechtesten bewerteten. Mit einer 2,8 schnitten die Klassenräume allerdings noch deutlich besser ab als die Toiletten. In den Klassenräumen sind die Befragten mit Tischen, Fußböden und Fensterbänken besonders unzufrieden. In den Toiletten werden die Kabinenwände, Fußböden und vor allem die WCs und Urinale als besonders schmutzig empfunden.

Eine Umfrage der Deutschen Toilettenorganisation GTO unter rund 950 Berliner Schülerinnen und Schüler hatte 2023 ergeben, dass knapp die Hälfte der Befragten die Toiletten nicht einmal zum Pinkeln benutzt oder versucht, es zu vermeiden. Rund ein Viertel der Teilnehmer gab sogar an, immer oder oft weniger zu essen und zu trinken, um nicht aufs Klo gehen zu müssen.

Tablets für Hausmeister

Als problematisch sieht die Mehrheit der Befragten, dass die Räume im Tagesverlauf schnell verschmutzen. Schlechte und zu seltene Reinigung werden als weitere Gründe für mangelnde Sauberkeit genannt. Schüler waren auch selbstkritisch und gaben an, dass Essen und Müll fallen gelassen oder die Gebäude mit dreckigen Schulen betreten werden.

"Der erste wichtige Schritt ist jetzt die verbesserte Kontrolle der Reinigungsleistung", sagte Torsten Kühne (CDU), Staatssekretär für Schulbau und Schuldigitalisierung. Nur, wenn Mangelleistungen sauber dokumentiert seien, könne man vermeiden, dass "schwarze Schafe" nicht bei der nächsten Ausschreibung wieder am Start seien, sagte Kühne mit Blick auf Reinigungsfirmen. Hausmeister in den Schulen sollen in diesem Jahr mit Tablets ausgestattet werden, mit denen sie die Reinigungsleitung dokumentieren können.

Ein weiterer Baustein sei eine Verstetigung der Tagesreinigung an den Schulen. Diese sei aber auch abhängig von der Haushaltslage. Bei der Tagesreinigung säubert das Personal die Schulen auch im laufenden Betrieb, Toiletten und andere stark genutzte Bereiche wie Treppenhäuser können häufiger gereinigt werden.

Svenja Ksoll von der GTO kündigte an, dass der Verein aktuell ein Hilfsportal für das Thema Schultoilette baut. Sie bekomme täglich Anfragen von Schulen, Schülern oder anderen Akteuren aus ganz Deutschland, die Hilfe suchen.  © Deutsche Presse-Agentur

Schule
Schüler bewerten ihre Toiletten im Schnitt mit einer Note 4. © dpa / Jens Kalaene/dpa
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