Der Glatteis-Regen der vergangenen Stunden fordert ein prominentes Opfer: Der Gummersbacher Silvestercrosslauf 2024 ist abgesagt.

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Ausgerechnet der 66. Auflage des weit über das Bergische Land hinaus bekannten Laufveranstaltung zum Jahresende hat Petrus einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Montagmorgen hatte sich das Organisationsteam der Leichtathletikgemeinschaft Gummersbach (LG) um Norbert Wolf einen Überblick über die Laufstrecken im Sandberg gemacht.

Gummersbacher Organisatoren begutachteten die Strecke im Wald

Dorthin sollten am Dienstagmittag die Rennen über fünf und knapp elf Kilometer führen, der anderthalb Kilometer lange Vorlauf der Kinder wäre dagegen im näheren Umfeld des Stadions Lochwiese geblieben. Nach Begehung der Wege und Pfade entschied sich die LG dann am Mittag zur Absage. "Das Problem sind die Passagen, die nicht im Schutz der Bäume stehen. Dort ist es wirklich spiegelglatt", berichtete Wolf.

Wenn nur zwei im Krankenhaus landen sollten, wird man uns fragen, warum wir den Lauf nicht abgesagt haben.

Norbert Wolf vom Organisationsteam der LG Gummersbach

Umgekehrt seien die Etappen mit Abschirmung gen Himmel problemlos zu laufen. "Und dann kommen plötzlich die Übergänge und die erkennt man eben erst zu spät", so Wolf. Natürlich sei ein Crosslauf, gerade der Gummersbacher an Silvester, immer mit gewissen Risiken verbunden. "Aber wir möchten nicht, dass sich die Sportlerinnen und Sportler, die zum Teil weit anreisen, bei uns reihenweise die Knochen brechen. Wenn nur zwei im Krankenhaus landen sollten, wird man uns fragen, warum wir den Lauf nicht abgesagt haben."

Gummersbacher Verein hat Straßensperrung für Silvester beantragt

Der Verlegung auf Neujahr, wo milderes Wetter angesagt ist, stand die extra für heute beantragte Vollsperrung eines Teils der Reininghauser Straße entgegen. "Diese Genehmigung ist ja amtlich, da können wir nicht einfach den Tag wechseln", betonte Wolf am Montag.

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Der Gummersbacher Silvestercrosslauf ist der älteste Deutschlands. Seit 1957 gab es so gut wie keine Absagen wegen des Wetters. Eis war 2012, 2010 und vor allem 1995 ein Problem. Letzterer wurde abgesagt. 2010 rieten die Organisatoren noch mit einem Schmunzeln: "Wer nicht fliegen kann, der muss eben krabbeln."  © Kölner Stadt-Anzeiger

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