Erfurt - Für Menschen mit Demenz in Thüringen wird es aus Sicht der Alzheimer-Gesellschaft immer schwieriger, geeignete Pflegeangebote zu finden.

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"Je weiter man aufs Land kommt, desto größer werden die Probleme", sagte Referentin Nadja Braun. In einigen Kommunen gehe bei der ambulanten Betreuung gar nichts mehr und auch Heimplätze seien heiß begehrt. Teils werde die ambulante Betreuung nur auf den Vormittag beschränkt.

Ein Mensch mit Demenz brauche aber rund um die Uhr Betreuung, sagte Braun. "Die Alternative ist, dass der Angehörige das so lange macht, bis er selber umfällt." Nur rund ein Drittel der Menschen werde in Pflegeheimen betreut. Und dass eine Pflegekraft rund um die Uhr im Haus wohne, könne sich nur ein Bruchteil der Menschen in Thüringen leisten.

Nach Zahlen der Alzheimer-Gesellschaft haben etwa 2,5 Prozent der Menschen in Thüringen Demenz. Das ist nach Sachsen-Anhalt (2,6 Prozent) und gemeinsam mit Sachsen (2,5 Prozent) der zweithöchste Wert aller Bundesländer. Demnach sind rund 54.000 Menschen im Freistaat betroffen. Der Welt-Alzheimertag am 21. September soll auf ihre Situation aufmerksam machen.

Für sie bräuchte es aus Sicht von Braun mehr unabhängige Beratungsstellen. Bei der Alzheimer-Gesellschaft in Erfurt gebe es zwei Referentinnen und eine Sachbearbeiterin. "Es wäre schön, wenn wir nicht nur in Erfurt eine Beratungsstelle hätten, sondern auch in Nord-, Ost-, Süd- und Westthüringen."  © Deutsche Presse-Agentur

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