- Die blauschwarze Holzbiene war früher nur im Südwesten Deutschlands vorzufinden. Das hat sich inzwischen geändert.
- Was es mit der größten in Deutschland heimischen Wildbiene auf sich hat.
Sie hat einen großen, schwarzen Panzer und im Licht violett schillerende Flügel: Die blauschwarze Holzbiene (xylocopa violacea) ist eine imposante Erscheinung.
Generell mögen Holzbienen warme Temperaturen. Daher trifft man sie besonders im Süden Europas an, die blau-schwarze Holzbiene zählt aber zu den in Deutschland heimischen Bienenarten. War sie vor zehn, 20 Jahren vor allem im Südwestens Deutschlands anzutreffen, hat die große blauschwarze Holzbiene wohl auch wegen klimatischer Veränderungen ihr Territorium ausgedehnt und ist mittlerweile immer häufiger auch in anderen Teilen Deutschlands anzutreffen, in Streuobstwiesen, Parks und Gärten.
Bei der Futtersuche ist die blaue Holzbiene nicht besonders wählerisch: Am liebsten mag sie pollenreiche Blüten. Bei besonders tiefen Blüten beißt sie kurzerhand ein Loch in die Blütenwand, um an den Nektar zu gelangen. Dabei bestäubt sie die Blüte nicht, weshalb man von einem sogenannten Nektardiebstahl spricht.
Blauschwarze Holzbiene: Ihr Name kommt nicht von ungefähr
Übersehen kann man diese Biene kaum: Sie kann bis zu 28 Milimeter groß werden - das macht sie zur größten heimischen Wildbiene. Männchen weisen einen bräunlichen Ring vor den Fühlern auf, sehen den Weibchen ansonsten aber sehr ähnlich: Ihr kräftiger Körper ist meist schwarz und behaart. Aus diesem Grund verwechselt man die schwarz blaue Holzbiene immer wieder mit anderen fliegenden Verwandten wie der Hornisse oder der Hummel.
Ihren Namen verdankt die Holzbiene mit den violett schimmerenden Flügeln übrigens dem Umstand, dass sie in morschem Holz nistet. Dazu nagt sie mit ihren kräftigen Kauwerkzeugen richtige Löcher in das Holz. Im Gegensatz zu anderen staatenbildenden Bienenarten ist die schwarze Holzbiene eine Einzelgängerin. Muttertiere leben aber häufig mit ihrer Brut in einem Nest.
Gern gesehener Gast: Blaue Holzbiene erhält Auszeichnung
Der blauschwarzen Holzbiene wurde nun auch eine besondere Ehre zuteil: Sie ist zum "Gartentier des Jahres 2022" gewählt worden. Die Heinz Sielmann Stiftung, die auf die Bedeutung von Gärten für die biologische Vielfalt aufmerksam machen will, lässt dazu jedes Jahr abstimmen. In diesem Jahr beteiligten sich 4.400 Menschen an der Abstimmung. Und das Ergebnis fiel eindeutig aus: 33 Prozent der abgegebenen Stimmen wählten die blauschwarze Holzbiene. Auf Platz zwei kam das Eichhörnchen. Dahinter folgte die Schmetterlingsart Tagpfauenauge. Zur Wahl standen nach Angaben eines Sprechers zudem der Star, der Maikäfer und der Saftkugler - ein Tausendfüßler.
Verwendete Quellen:
- Heiko Bellmann, Matthias Helb: Bienen, Wespen, Ameisen
- Nabu.de
- naturparke.at
- Material der dpa
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