Die verheerenden Waldbrände in Australien treiben Tausende Bewohner und Touristen in die Flucht. Im Bundesstaat Victoria haben die Feuer Ende Dezember sogar ihr eigenes Wetter erzeugt und die Situation noch verschlimmert. So entstehen die Gewitterwolken "Pyrocumulus".

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Im Südosten Australiens herrscht Katastrophenalarm: Tausende Menschen sind auf der Flucht vor den verheerenden Buschbränden. In den Bundesstaaten New South Wales und Victoria mussten mehr als ein halbes Dutzend Städte evakuiert werden.

Und die Situation könnte sich weiter verschlimmern: Unter den extremen Bedingungen, wie sie derzeit in Australien auftreten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Feuer sein eigenes Wetter erzeugt.

Das letzte Mal passierte das Ende Dezember in der Region Gippsland rund um Melbourne. Das teilte die australische Wetterbehörde auf Twitter mit. Dort bildete sich eine Gewitterwolke, die Meteorologen "Pyrocumulus" nennen. Sie ragte knapp 16 Kilometer in die Höhe.

Wie entsteht eine "Pyrocumulus"?

Bei der Verbrennung von Hölzern und Gräsern entsteht ein starker Aufwind über dem Feuer, da die warme Luft leichter als die Umgebungsluft ist und dadurch aufsteigt. Das erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Wenn die Bedingungen optimal sind, kann die heiße Luft bis in die obere Troposphäre gelangen. Dabei nimmt sie Wasserdampf und Asche mit sich. Auf dem Weg nach oben kühlt sich die Luft ab und kondensiert. Wasser- und Wolkentröpfchen bilden sich.

Wenn die Brände besonders intensiv sind, so wie in Australien, entwickeln sich hochreichende Quellwolken. In ihnen brauen sich Gewitter zusammen, Niederschlag bildet sich und es kann blitzen. Sie sind zudem gefährlich.

Blitze und Winde entfachen neue Feuer in Australien

Wenn sich die Feuerwolke erst einmal gebildet hat, lassen sich die Buschfeuer meistens kaum noch kontrollieren. Häufig erreichen die Niederschläge nicht den Boden. Das Wasser verdunstet zu großen Teilen, wenn es die trockene und heiße Luftmasse unterhalb der Wolken passiert hat. Dadurch kühlt sich die Luft ab und böige Winde entstehen.

Diese werden zu einem großen Problem, weil sie unter anderem die Glut in der Umgebung verteilen. So entstehen überall neue Feuer. Feuerwehrmänner müssen in der Nähe solcher Brände immer damit rechnen, dass sich die Windrichtung ändert und sich das Feuer plötzlich in andere Richtungen ausbreitet.

Und auch die Blitze können gefährlich sein. Diese Gewitter sind laut den Meteorologen vom DWD zwar nicht sehr langlebig und intensiv, ihre Blitze können allerdings neue Brände in größerer Entfernung entfachen. Wo die Feuer sich als nächstes entzünden, kann bei diesen Bedingungen kaum noch vorhergesehen werden.

Die Feuerwolken bilden sich allerdings nicht nur bei Buschbränden. Auch bei einem Vulkanausbruch kann ein solches Gewitter entstehen. (ff)

Verwendete Quellen:

  • Deutscher Wetterdienst: "Waldbrandgefahr (Teil 3) - Das Feuer gestaltet sich das Wetter selbst"
  • Spiegel: "Buschfeuer erzeugen eigenes Wetter"
  • Twitteraccount von "Bureau of Meteorology, Victoria
  • dpa
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