Das Veterinäramt des Saalekreises sucht neue Besitzer für Hunde, die im Rahmen einer groß angelegten Razzia aus einer Tierpension in Bad Lauchstädt gerettet wurden. Die Tiere werden per Online-Versteigerung vermittelt. Tierschützer kritisieren das Verfahren.
Der Fall aus Bad Lauchstädt im Saalekreis zog kurz vor Weihnachten 2024 große Aufmerksamkeit auf sich. In einer Tierpension wurden mehr als 100 Hunde ihrem Schicksal überlassen und mussten unter katastrophalen Umständen leben und überleben.
Das Veterinäramt schritt schließlich ein und führte eine Razzia in der Pension durch. Insgesamt fanden die Mitarbeitenden 128 Hunde auf dem Gelände, darunter auch fünf tote Tiere. Die beschlagnahmten Vierbeiner wurden auf verschiedene Tierheime verteilt und dort medizinisch versorgt. Einige Hunde haben sich bereits erholt, andere benötigen noch intensive Betreuung und Training.
Ermittlungen wegen Tierquälerei
Der Fall der verwahrlosten Hunde sorgt auch weiterhin für großes Aufsehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen nicht nur gegen die Betreiberin der Tierpension, sondern auch gegen ihren Lebensgefährten. Ihm wird ebenfalls Tierquälerei vorgeworfen, da er als Geschäftsführer der Pension fungierte. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Paares wurden weitere Hunde sowie ein toter Papagei gefunden, berichtet der "MDR".
Zudem soll die Betreiberin 20.000 Euro Hundesteuer nicht gezahlt haben. Unklar ist, warum die Behörden trotz vorheriger Hinweise nicht früher eingegriffen haben. Die Stadt soll das Veterinäramt bereits vor längerer Zeit auf Unregelmäßigkeiten hingewiesen haben. Währenddessen ergreift das Veterinäramt Saalekreis in Sachsen-Anhalt drastische Schritte, um einige der noch nicht adoptierten Hunde an neue Halter zu vermitteln.
Veterinäramt startet Online-Versteigerung von Hunden
Die Behörde will insgesamt 14 Hunde online versteigern. Interessenten können auf der Webseite des Saalekreises Gebote für die geretteten Fellnasen abgeben. Das höchste Gebot bekommt den Zuschlag, solange der Bieter die Anforderungen des Veterinäramts erfüllt. Um ein Tier zu adoptieren, müssen potenzielle Halter eine Selbstauskunft ausfüllen und eine Befragung durch das Veterinäramt absolvieren. Zudem kann die Behörde bei den neuen Haltern unangekündigt stichprobenartig kontrollieren, ob die Hunde unter geeigneten Bedingungen leben.

Die Tierschutzorganisation "Peta" kritisiert die Online-Versteigerung jedoch scharf und bezeichnet sie als ungeeignet für Hunde, berichtet der "MDR". Tierpsychologin Jana Hoger zufolge sei dieses Verfahren eher für Großtiere wie Pferde üblich. Bei Hunden bestehe die Gefahr, dass nicht jeder Bieter aus den richtigen Beweggründen handele oder die nötige Erfahrung mitbringe.
Unabhängig von der Versteigerung laufen weiterhin verwaltungsrechtliche Untersuchungen gegen das Veterinäramt. Das Landesverwaltungsamt prüft, ob Versäumnisse seitens der Behörde vorliegen. © Deine Tierwelt