Am Montagabend haben viele Menschen ein spiralförmiges Lichtphänomen über Deutschland gesehen. Der blaue Wirbel warf zunächst Fragen auf. Die Erklärung ist wieder einmal bei der Raumfahrt zu finden.
Eine große leuchtende Spirale hat am Montagabend über Deutschland für Aufsehen gesorgt. Auch von anderen Teilen Europas aus war das Lichtphänomen zu sehen.
Handelte es sich dabei etwa um ein Werk Außerirdischer? Mit Sicherheit nicht. Schnell war der Grund für den blauen Wirbel gefunden: Abgelassener Treibstoff einer Falcon-9-Rakete hat ihn erzeugt.
Gefrorene Abgasfahne der Rakete bildete Spirale am Himmel
Über den Start der Rakete sei das Weltraumkommando vorab informiert worden, sagte ein Bundeswehr-Sprecher. Offensichtlich sei aus der zweiten Stufe der Rakete überschüssiger Treibstoff abgelassen worden. Da die Rakete rotiere, habe sich ein spiralförmiges Bild gezeigt. Das Gas bleibe dabei wegen der dünnen Atmosphäre in gut 100 Kilometern Höhe recht lange stabil und sei auch am Abend noch sichtbar gewesen, weil es in der Höhe Reste von Sonnenlicht gebe.
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Das Met Office, der nationale meteorologische Dienst des Vereinigten Königreichs, berichtete auf der Social-Media-Seite X mit: "Die gefrorene Abgasfahne der Rakete scheint sich in der Atmosphäre zu drehen und das Sonnenlicht zu reflektieren, wodurch sie als Spirale am Himmel erscheint."
Bei der Falcon 9 wird die erste Raketenstufe - der sogenannte Booster - wieder gelandet. Diese Stufe sei südöstlich von Madagaskar wieder in die Atmosphäre eingetreten, sagte der Bundeswehr-Sprecher. Die zweite Raketenstufe verglüht später.
Zahlreiche Meldungen nach Sichtung des Lichtphänomens
Die Rakete des Weltraumunternehmens SpaceX mit einem Satelliten an Bord war gegen 18:48 Uhr mitteleuropäischer Zeit in den USA gestartet, ab 21:00 Uhr habe es Sichtungen über Deutschland gegeben, sagte der Leiter des Zentralen Forschungsnetzes außergewöhnlicher Himmelsphänomens (CENAP), Hansjürgen Köhler.
"Anrufe, Whatsapp und Mails mit Fotos von Beobachtungen - wir sind von Meldungen überrannt worden." Bis zum Dienstagmorgen seien es über 200 Meldungen gewesen. (dpa/bearbeitet von sbi)